29. April: Gedenktag der Hl. Katharina von Siena und „Tag der Diakonin“

 

Bereits in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts erheben sich erste Stimmen, die über den Diakonat der Frau nachdenken. An den Bemühungen und Überlegungen, die sich nach dem 2. Weltkrieg für die Einführung des Ständigen Diakonats einsetzten, hatten von Anfang an Frauen teil.
Das 2. vatikanische Konzil führte mit der dogmatischen Konstitution „lumen gentium“ 1964 den Ständigen Diakonat wieder als eigenständiges Amt ein (LG 29). Mit dem Motu proprio „Sacrum diaconatus ordinem“ schuf Papst Paul VI. 1967 die kirchenrechtlichen Voraussetzungen für die Weihe zum Ständigen Diakonat für Männer.

 

Damit bleibt der Diakonat als Amt der Kirche bis heute unvollendet.

 

1997 fand in Stuttgart ein internationaler theologischer Kongress statt unter dem Thema
„Diakonat – ein Amt für Frauen in der Kirche – ein frauengerechtes Amt?“.
Im Anschluss an diesen Kongress wurde das „Netzwerk Diakonat der Frau“ formal gegründet.

Ebenfalls im Anschluss an diesen Kongress erklärte im Herbst 1997 der KDFB den 29. April, den Gedenktag der Kirchenlehrerin Katharina von Siena, zum „Tag der Diakonin“. Ziel dieser Proklamation war es, ein Zeichen zu setzen, die Frage regelmäßig wach zu halten, das Eintreten für den Diakonat der Frau unter den Schutz und die Fürsprache der Hl. Katharina von Siena zu stellen und zum Gebet in diesem Anliegen zu ermutigen. Erstmals wurde der Tag im KDFB am 29. April 1998 gefeiert.

Das „Netzwerk Diakonat der Frau“ erklärte 2009 die Förderung der Feier des Tags zu einer seiner satzungsgemäßen Aufgaben.

Im November 2011 rief die Vollversammlung des ZdK in einem mit sehr großer Mehrheit gefassten Beschluss seine Mitglieder dazu auf, das „Netzwerk Diakonat der Frau“ zu unterstützen und den Tag der Diakonin am 29. April zu begehen.

Am 29. April 2013 fand erstmals in Koblenz eine bundesweite gemeinsame Veranstaltung von ZdK, kfd, KDFB und Netzwerk Diakonat statt unter der Überschrift: „Was ihr den Geringsten tut: Diakonisch Kirche sein.“ Seitdem gibt es jedes Jahr eine gemeinsame Feier dieser vier Veranstalter, jeweils in anderen Diözesen, mit unterschiedlichen Kooperationspartnerschaften und mit thematischen Schwerpunkten, die einen Bezug zum Veranstaltungs-Ort herstellen und zur kirchenpolitischen Situation. Die Veranstaltung der darauffolgenden Jahre:

  • 2014 in Berlin: „Wer ist meine Nächste? Wer ist mein Nächster?“ (Politische Diakonie)  
  • 2015 in Hannover: „Du hast mich gerufen“ (Berufung)
  • 2016 in Münster: „Hinsehen und Handeln“ (Diakonische Verantwortung vor Ort)
  • 2017 in Stuttgart: „Ein Amt mit Zukunft auch für Frauen“ (Perspektiven zum Diakonat der Frau)
  • 2018 in Bochum: „Die Zeit zum Handeln ist jetzt“ (Pastorale Perspektiven)
  • 2019 in Mainz: „Macht Kirche zukunftsfähig“ (Diakonische Sendung der Kirche)
  • 2020 in München (wegen Corona abgesagt): #frauendiakonatjetzt (Aktion in sozialen Medien)
  • 2021 online: GERECHT (Gerechtigkeit aus sozialethischer Sicht)

In stetig wachsender Zahl wird inzwischen darüber hinaus in Deutschland dezentral, regional und lokal zu Veranstaltungen zum Tag der Diakonin eingeladen. Mit Rücksicht auf örtliche Gegebenheiten oft auch an einem anderen Termin im zeitlichen Umfeld des 29. April.

 

Den Gedenktag feiern

 

Der 29. April bietet die Gelegenheit, am Gedenktag der Hl. Katharina von Siena auf das diakonische Engagement von Frauen aufmerksam zu machen, sich mit dem Thema Diakonat der Frau auseinander zu setzen und der Forderung nach einer Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen Ausdruck zu verleihen. Mit der Feier eines Gottesdienstes wird das Anliegen im Gebet vor Gott getragen.

Die Bundesverbände von KDFB und kfd stellen jährlich auf ihren Webseiten Arbeitshilfen und ein gemeinsam erarbeitetes Gottesdienstmodell zur Verfügung.