Diakonische Kirche

Diakonatskreis für Frauen –
ein Baustein für eine Kirche im nächsten Jahrtausend:
Option für eine diakonische Kirche

Was tut ihr besonderes, so werden wir heute als Christen, als Frauen und Männer, die der katholischen Kirche angehören immer wieder gefragt. Die Feier der Liturgie, das gelebte Zeugnis unseres Glaubens in der Welt, der Dienst am anderen Menschen, sind Pfeiler unseres Glaubens seit nunmehr fast zweitausend Jahren. Wir alle haben daran Anteil. Spitzen wir die Frage nach dem Besonderen zu, stellen sie vor allem den vielen Frauen, die das Gesicht der Gemeinden vor Ort prägen, so stoßen wir immer wieder auf die gleiche Antwort. Frauen meinen, dass sie nichts besonderes tun.

Doch was diese Frauen tun, das ist es, was die Kirche heute glaubwürdig macht. Sie wenden sich konkret den Sorgen und Nöten der Menschen zu. Sie sind da, wenn der kranke und hoffnungslose Mensch des Zuspruchs bedarf. Sie packen zu, wo eine helfende Hand gefragt ist. Sie spenden Trost, wo Menschen mit dem Tod ringen. Sie bauen auf, wo der Schatten der Trauer das Leben verdunkelt. Sie wirken diakonisch im eigentlichen Sinne des Wortes, sie dienen, wie Jesus gedient hat.

Der selbstlos geleistete Dienst überzeugt in unserer Gesellschaft, ja, er macht das Gegenüber oft sprachlos. Dienen steht nicht hoch im Kurs, doch die, die es tun, überraschen den so beschenkten Menschen. Sie zeigen, es gibt noch Menschen, die um Gottes Willen ihr Leben wagen, ihre kostbare Zeit teilen. Das überzeugt. Die Kirche im dritten Jahrtausend muss eine diakonische Kirche sein, sonst wird sie an Glaubwürdigkeit einbüßen.

Hier braucht die Kirche Frauen als Diakoninnen, um die Heilsendung Jesu Christi glaubwürdig zu bezeugen. Frauen und Männer, die dem Diakonat das Gesicht der Liebe Jesu geben, sein Auftrag der Heilung erfahrbar machen, führen die Kirche in ein neues Jahrtausend. Es geht nicht um ein wenig mehr Beteiligung der Frauen in der Kirche, die Zukunft der Kirche steht auf dem Spiel. Nicht die Frauen, die sich auf den Diakonat in einer dreijährigen Vorbereitungszeit und ihrem konkreten Wirken bei den Menschen vor Ort eingelassen haben, brauchen das Amt der Diakonin in der katholischen Kirche, die Kirche braucht diese und die vielen anderen Frauen für ihre Existenz. Sie muss auf der Seite der Hilflosen stehen, ihre Option für die Armen neu buchstabieren, will sie zukunftsfähig sein. Das Netzwerk Diakonat der Frau bietet einen Baustein an. Die 23 Absolventinnen der beiden Diakonatskreise tun das Ihre. Mögen die Verantwortlichen in der Kirche überlegen, wie sie einen Baustein auf dem Weg in eine diakonische Kirche leisten können, der die Berufung von Frauen ernst nimmt.